Würdigungspreis 2025 für Luisa Masznitz

16.12.2025

Wir gratulieren Luisa Masznitz, einer herausragenden Studentin des interdisziplinären ISTB-Masterstudiengangs „Kultur und Gesellschaft des modernen Südasien“, die soeben vom österreichischen Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung den Würdigungspreis 2025 für ihre Masterarbeit „Transformation religiöser Hindu-Traditionen: Geschlechtsspezifische Mantra-Praktiken zweier Generationen öffentlicher weiblicher Gurus“ erhalten hat. Der Preis wird an die besten Master- und Diplomabsolventen aller Universitäten in Österreich vergeben.

Diese Masterarbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Veränderungen in den Diskursen über den Wandel des Zugangs zur Mantra-Rezitation in den religiösen Traditionen des Hinduismus. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die weiblichen indischen Guru-Bewegungen des 20. und 21. Jahrhunderts gelegt. Mit Blick auf den ungleichen Zugang zu religiösem Wissen und religiösen Praktiken, welche durch die historische Ausgrenzung und die verwehrte Teilhabe von Frauen an der brahmanischen Hindutradition hervorgerufen wurde, wird die sich wandelnde Rolle indischer weiblicher Gurus untersucht. Dabei wird analysiert, wie diese öffentlichen Persönlichkeiten gesellschaftlich bedingten geschlechtsspezifischen Herausforderungen begegnen und inwiefern sie bei der Neugestaltung traditioneller Geschlechterrollen sowie bei Veränderungen religiöser Praktiken für Frauen nach Legitimität und Autorität streben. Unter Berücksichtigung historischer, sozialer und religiöser Faktoren werden Themen wie gelebte hinduistische Religiosität, weibliche Spiritualität und indische Weiblichkeit im Kontext der Transformation hinduistischer Traditionen durch weibliche Gurus behandelt. Ein zentrales Interesse gilt dabei den Mantra-Praktiken, die sowohl in digitalen als auch in analogen Räumen stattfinden. Dabei wurde dargestellt, wie Frauen verschiedene Bereiche beanspruchen, um ihr Verständnis von weiblicher Religiosität zu (re)definieren. Insbesondere wird dargelegt, wie weibliche Gurus einen Platz innerhalb der allgemeinen hinduistischen Religionsgemeinschaft einnehmen können, ohne aufgrund ihrer progressiven Ansätze an gesellschaftlicher Legitimität einzubüßen.

Foto: BMFWF / Martin Lusser – Photographie / martin@lusser.at