RESTPLÄTZE VERFÜGBAR! Exkursion nach Manang

23.10.2019

Sommersemester 2020

Für die Exkursion sind noch Restplätze verfügbar! Interessenten melden sich bitte möglichst schnell bei Prof. Mathes an!

„Exkursion nach Manang: Auf den Spuren des tibetischen Yogins Milarepa und Studien zur Kulturgeschichte des Manang-Tals“

(Lehrveranstaltungsleiter: Prof. Dr. Klaus-Dieter Mathes)

 

Im Sommersemester 2020 führt Prof. Mathes für Studierende des Bachelor- und Master-Studiengangs am ISTB eine Exkursion nach Nepal durch, die während der vorlesungsfreien Zeit (Osterferien) und der darauffolgenden Woche stattfinden wird (05.04.-24.04.2020).

Interessierte TeilnehmerInnen werden gebeten möglichst frühzeitig, aber spätestens bis zum 26. November 2019, in einem kurzen Motivationsschreiben an den Lehrveranstaltungsleiter Prof. Mathes ihren Teilnahmewunsch zu erklären unter Angabe der Qualifikation (Studienschwerpunkt, Studiensemester, Sprachkenntnisse etc.). Es ist ratsam das Motivationsschreiben zeitnah einzureichen, so dass bei einer Bestätigung der Teilnahme bereits ein Flug gebucht werden kann. Das endgültige Auswahlergebnis wird bis zum 27. November 2019 per Email bekannt gegeben. Die TeilnehmerInnenzahl ist auf maximal 12 Studierende des ISTB begrenzt.

Inhalt und Ziel: Das Manang-Tal (Nepal) ist seit alters her Teil des tibetischen Kulturraums. Vorherrschend im Tal sind die religiösen Traditionen des tibetischen Buddhismus und insbesondere die der bKa‘ brgyud-Schule. Der Beginn der Ausbreitung dieser Schule im Manang-Tal wird mit dem tibetische Yogin Milarepa (Mi[d] la ras pa; ca. 1052-1135) verbunden. Nach der Überlieferung suchte dieser Yogin abgelegene Meditationsorte in Westtibet und in den Gebirgszügen des Himalaya auf. Einer dieser Plätze war die Meditationshöhle sNyi shang phug im Manang-Tal. Dieser Ort wurde später zur Sakral- und Pilgerstätte ausgebaut, in der Nähe der Meditationshöhle wurde ein kleines Kloster errichtet. Weit bekannt wurde Milarepa durch seine religiösen Lieder. Diese wurden zusammengetragen und in umfangreichen Textsammlungen fixiert. Im Laufe der Zeit fanden daneben auch Erzählungen aus dem Leben Milarepas ihren schriftlichen Niederschlag, es entstand eine umfangreiche biographische Literatur. Bereits seit dem 12. Jh. wurden im Manang-Tal Klöster gegründet, die vornehmlich den religiösen Traditionen der bKa‘ brgyud-Schule folgen. Zu den ältesten Klöstern zählen Ta-hrap/Thare (rta srap) Gompa und Dra-kar/Braga (brag dkar) Gompa. Weitere Klöster im Manang-Tal sind Bo-dzo Gompa, Sher Gompa u.a. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte waren viele Lamas in Manang aktiv. Die Lebensgeschichte einzelner dieser Lamas sind uns aus Biographien bekannt, dazu zählen u.a. Karma Blo bzang (17. Jh.) aus der Kaṃ tshang bKa‘ brgyud-Schule und O rgyan lHun grub rgya mtsho (17. Jh.) aus der rNying ma-Schule. Untersuchungen zum Leben und Wirken des Milarepa, zu einem der beiden genannten Lamas, die in Manang aktiv waren, oder zu einem der genannten Klöster in Gegenwart und Geschichte wären mögliche Themenfelder für ein Studienprojekt.

Das Nepal-German Manuscript Preservation Project (NGMPP) sicherte seit den 70er-Jahren des 20. Jh. Handschriften, Blockdrucke und historische Dokumente aus Nepal auf Mikrofilm. Auch aus dem Raum Manang sind eine beachtliche Anzahl von Texten im Archiv des Projektes zugänglich. Eine Auswertung dieser Materialien würde sich als ein Projektthema anbieten.

Durch die Auswirkungen des Massentourismus in Nepal, der seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts einsetzte, haben sich in den letzten Jahrzehnten gewaltige Veränderungen für das traditionelle Leben der Bewohner Manangs ergeben. Im Frühjahr und Herbst trecken Tausende von Touristen auf einer der beliebtesten Wanderrouten durch Manang (Annapurna-Treck). Auch der Straßenbau in die Gebirgsregionen hat zu einem erheblichen Wandel für die Dorfbevölkerung der Gebirgsregionen beigetragen. Neben den Themenfeldern, die auf den tibetischen Buddhismus fokussieren, kann der Raum auch unter diesen Gesichtspunkten mit stärkerem Gegenwartsbezug untersucht werden.

Die Exkursion soll einen kulturgeschichtlichen Zugang zu den o.g. Themenbereichen ermöglichen. Mögliche Projektthemen sind: 

  • sNyi shang phug: die Meditationshöhle des Milarepa 
  • Die Liedersammlungen des Milarepa 
  • Das Leben des Milarepa nach den Erzählungen aus der hagiographischen Literatur 
  • Zum Leben des Karma Blo bzang in Manang 
  • Zum Leben des O rgyan lHun grub rgya mtsho in Manang 
  • Untersuchungen zu einem Kloster im Manang-Tal (Kloster bei der Höhle sNyi shang phug, Thare Gompa, Braga Gompa, Bo-dzo Gompa, Sher Gompa u.a.) 
  • Auswertung der Textfunde in Manang aus dem Nepal-German Manuscript Preservation Project (NGMPP) 
  • Das traditionelle Leben im Manang-Tal und seine Veränderung: Auswirkungen durch Massentourismus und neuen Straßenbau

Das Ziel der Exkursion besteht darin, eigenständig ein Studienprojekt zu einem dieser Themengebiete durchzuführen, angefangen bei der Konzipierung der Fragestellung, über die Planung und Durchführung der Feldforschung, bis hin zur Auswertung der schriftlich und visuell zu dokumentierenden Ergebnisse und deren Präsentation. Die Teilnehmer der Exkursion werden in Einzel- und Gemeinschaftsprojekten arbeiten. Bereits erworbene Sprachkenntnisse (modernes und klassisches Tibetisch, Nepali) können im Laufe der Arbeit angewendet und vertieft werden.

Mindestanforderungen: Voraussetzung zur Teilnahme an der Exkursion ist die Absolvierung der StEOP am Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde.

Umfang der Studienleistung und Präsentation: Für einen positiven Abschluss der Exkursion ist neben der Arbeit am Studienprojekt in situ auch die Anwesenheit in allen vor- und nachbereitenden Arbeitssitzungen verpflichtend. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen nach Abschluss der Exkursion schriftlich ausgearbeitet und im Rahmen einer institutsöffentlichen Veranstaltung präsentiert werden.

Exkursionsdauer, Flug, Unterkunft, Kosten: Die Exkursion beginnt am 5. April 2020 (12:00 Uhr) in Kathmandu und endet am 24. April 2020 (18:00 Uhr) in Kathmandu. Die Anreise nach Kathmandu und die Abreise von dort muss von den ExkursionsteilnehmerInnen eigenständig organisiert werden. Um die Reisekosten möglichst niedrig zu halten, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung der Flüge. Die Unterkunft für die gesamte Exkursionsgruppe in Kathmandu (in Einzel- oder Doppelzimmern) wird vom Institut organisiert (in Einzeloder Doppelzimmern je nach Bedarf). Das Exkursionsgebiet ist auf ca. 3.500 m gelegen. Bei normalen Witterungsverhältnissen ist es relativ problemlos mit dem Bus erreichbar. Die Fahrt von Kathmandu nach Manang und die Unterkunft der Exkursionsgruppe in Manang wird vor Ort organisiert (Einzel-, Doppel-, Mehrpersonenzimmer je nach Bedarf und Verfügbarkeit). Die Kosten der Exkursion (Flugkosten, Unterkunft, Verpflegung, Visum etc.) werden auf ca. 1.500,- Euro geschätzt. Ein Zuschuss zu den Reisekosten in Höhe von 600,- Euro kann von der Universität Wien refundiert werden. Der für die TeilnehmerInnen entstehende Eigenkostenanteil wird auf ca. 900 Euro geschätzt.

Organisatorisches: Die Festlegung der Projektthemen und -inhalte, der Umfang der Forschungsarbeit, sowie die Organisation und der Ablauf der Exkursion einschließlich der Termine aller zugehörigen Lehrveranstaltungen erfolgt in separaten Vorbesprechungen und Arbeitssitzungen (Dezember 2019, Januar 2020, März 2020). Die erste Vorbesprechung findet am 28. November 2019 (T&B, SR 1, 17:00) statt.

Kontakt: Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an Prof. Dr. Klaus-Dieter Mathes (klaus-dieter.mathes@univie.ac.at), Dr. Alexander Schiller (alexander.schiller@univie.ac.at), Mag. Ewa Lewandowska (ewa.lewandowska@univie.ac.at).

Organiser:
Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde