Der Vortrag beleuchtet den tiefgreifenden Wandel des Heidelberger Völkerkundemuseums vor dem Hintergrund seiner einzigartigen Sammlungs- und Gründungsgeschichte. Ausgehend von den Ideen Victor Goldschmidts, der sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts von kolonialen und rassistischen Ordnungsmustern distanzierte, wird gezeigt, wie ethnografische Bestände heute neu erschlossen und vermittelt werden können. Im Fokus stehen digitale Strategien, KI-gestützte Vermittlungsformate und partizipative Ansätze, die Sammlung, Forschung und Bildung enger miteinander verzahnen. Anhand konkreter Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen wird deutlich, wie das Museum zu einem offenen, gesellschaftlich relevanten Ort im digitalen Zeitalter wird.
Alban von Stockhausen ist Ethnologe, Museumsdirektor und Kurator mit langjähriger internationaler Forschungserfahrung in Asien. Seine Arbeit verbindet ethnografische Feldforschung, insbesondere in Nepal und Nordostindien, mit innovativen digitalen Ausstellungs- und Vermittlungsformaten. Er war Kurator am Bernischen Historischen Museum und ist seit 2023 Direktor des Völkerkundemuseums der von Portheim-Stiftung an der Universität Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Ritual, Raum, Materialkultur und visueller Anthropologie. In Ausstellungen, Publikationen und Lehrprojekten setzt er sich mit kultureller Vielfalt, historischen Sammlungen und deren zeitgenössischer Relevanz auseinander.
Join us on site or online: univienna.zoom.us/j/68170735090
