Frauen, Gewalt und der Kampf um Rechte in Indien: Indischer Feminismus und die filmische Darstellung der Gulabi Gang

19.03.2015

Raffaela Theuer

  • Betreuung: Martin Gaenszle

Die Gewalt gegen indische Frauen reicht von Mitgiftmorden über tätliche Angriffe von ihren Ehemännern, der Abtötung von weiblichen Föten und Kindern, bis hin zur sexuellen Gewalt und Frauenhandel. Sie sind damit grob beeinträchtigt in ihren Menschenrechten im Hinblick auf Leben, Freiheit, Würde und Entwicklung. Ursachen für die Gewalt beziehungsweise Faktoren, die diese fördern, sind unter anderem die weitverbreitete Toleranz des gewalttätigen Verhaltens im Eheleben der Frau und vor allem auch Ungleichheitseinstellungen als kulturelle Norm und ein Erziehungsstil, in dem die männlichen Kinder gegenüber den weiblichen bevorzugt werden.

Die patriarchale Sichtweise der indischen Gesellschaft entbindet Männer teils von ihrer Verantwortung bezüglich ihres Fehlverhaltens gegenüber Frauen und beeinflusst in subtiler Weise das Justizrecht. Weiters wird die Frau oft als eigenverantwortlich für das an ihr begangene Verbrechen dargestellt.

Feminismus und feministische Gruppierungen sind überall auf der Welt gegenwärtig und so natürlich auch in Indien. Wie in allen andere Ländern auch, steht der Feminismus in Indien für den Kampf der Gleichberechtigung der Geschlechter und um Rechte und Entscheidungsfreiheit von Frauen. Des Weiteren wird hier für die Durchsetzung bereits vorhandener Gesetze gekämpft, denn gesetzlicher Regelungen zum Trotz gibt es eine relativ weit verbeitete gesellschaftliche Tolerierung von sexueller beziehungsweise häuslicher Gewalt und Ungerechtigkeit gegenüber Frauen.

Die Masterarbeit wendet sich diesem Thema der Gewalt gegen indische Frauen und deren Unterdrückung und hier vor allem dem Kampf der indischen Frauen um ihre Rechte mit besonderem Augenmerkt auf die sogenannt Gulabi Gang und deren filmische Darstellung (die Dokumentation von Nishtha Jain aus dem Jahr 2012, "Gulabi Gang" und der Film von Soumik Sen aus dem Jahr 2014, "Gulaab Gang") zu. Diese hat gerade in den letzten Jahren nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Rahmen immer mehr Aufmerksamkeit erlangt.