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Karin Preisendanz: "Paralokasiddhi. Der Beweis einer weiteren Existenz gemäß der Carakasamhita und die Epistemologie des frühen Ayurveda"
SE, 2 SSt., 10 ECTS.
Studienplancodes: MAP4
Termin: Änderung!: Do, 11:30-13:00, SR 2 SAK.
Beschränkte Teilnehmerzahl: 36
Der Abschnitt über den Nachweis der "anderen Welt" in der Carakasamhitā (Sūtrasthāna 11.6-33) ist ein wertvolles Dokument für einen frühen systematischen Beweis einer erneuten Existenz in anderen Umständen und damit des Vorhandenseins einer in diesem Rahmen individuelle Kontinuität garantierenden, durchgängigen Entität, die als "Selbst" bezeichnet werden kann. Es weist zahlreiche Bezüge zu frühklassischen und klassischen "Seelenbeweisen" in philosophischen und wissenschaftlichen Werken auf und ist damit von großer philosophiegeschichtlicher Bedeutung. Zugleich werden in diesem Abschnitt die Erkenntnismittel thematisiert, die bei diesem Nachweis eingesetzt werden können. Hierbei bestehen wiederum Bezüge zur Behandlung der Erkenntnismittel in frühklassischen und klassischen philosophischen Werken, wodurch sich auch eine große philosophiegeschichtliche Bedeutung für den Bereich der Epistemologie ergibt.
Im Seminar werden wir den Abschnitt in seinem weiteren Kontext (d.h. zusammen mit Sūtrasthāna 11.3-5) lesen, analysieren und interpretieren, unter vergleichender und kontrastierender Bezugnahme auf relevante Passagen in anderen frühklassischen und klassischen Sanskrit-Werken, sowie unter Hinzuziehung anderer Darstellungen der Erkenntnismittel in der Carakasamhitā.
Das Textmaterial, Übersetzungen und ausgewählte Sekundärliteratur werden über die Lernplattform Moodle zur Verfügung gestellt werden, ergänzt durch einen Handapparat in der Fachbereichsbibliothek.
Von den Teilnehmern wird die gründliche Vorbereitung der angesagten ausgewählten Passagen im Original oder in Übersetzung erwartet, die Präsentation eigener Übersetzungen und Analysen im Unterricht und die aktive Beteiligung an der Erarbeitung, Interpretation und Problematisierung des gelesenen Stoffes.
Die Beurteilung erfolgt aufgrund der mündlichen Leistung sowie einer Seminararbeit im Umfang von ca. 15 Seiten zu einem mit dem Lehrveranstaltungsthema zusammenhängenden, in Absprache mit dem Lehrveranstaltungsleiter zu wählenden Thema.
Die Lehrveranstaltung ist für alle Studierende des M.A.-Studiums "Philosophien und Religionen Südasiens" sowie für Studierende im zweiten Studienabschnitt des auslaufenden Diplomstudiums Indologie mit Schwerpunkt Philosophie- und Religionsgeschichte geeignet. Sie steht ferner auch Studierenden der Philosophie und Religionswissenschaft offen. Sanskrit-Kenntnisse werden von letzteren nicht erwartet, dafür jedoch grundlegende Kenntnisse zur Epistemologie in der europäischen Philosophie bzw. zur Seelenproblematik in der Religionsgeschichte sowie die Bereitschaft, sich mit Namen und Fachtermini in Sanskrit vertraut zu machen.
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