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Karin Preisendanz: "Die Epistemologie des Nyāya anhand des Nyāyasūtra und des Nyāyabhāṣya. Charakterisierung und Zahl der Erkenntnismittel"
UE, 2 SSt., 5 ECTS.
Studienplancodes: MAP6 (UE a)
Termin: Di, 10:00-11:30, SR 3 SAK, ab 6.3.
Beschränkte Teilnehmerzahl: 24
In dieser Übung werden wir – nach einer kurzen Einführung in den Nyāya und die Entwicklung der Erkenntnislehre in Indien – die Grundlagen der Erkenntnislehre des klassischen Nyāya anhand der Lektüre ausgewählter Abschnitte des Nyāyasūtra zu den Erkenntnismitteln (pramāṇa) erarbeiten. Zunächst werden wir uns kurz mit der Rolle der Erkenntnismittel im Rahmen der Gedankenwelt des frühklassischen Nyāya, dann ausführlicher mit deren Aufzählung und Charakterisierung im ersten Adhyāya des Nyāyasūtra beschäftigen. Anschließend wenden wir uns Passagen im zweiten Adhyāya zu, in denen die genannten Bestimmungen der vier Erkenntnismittel mit kritischen Denkern des eigenen intellektuellen Umfelds sowie mit gegnerischen Philosophen diskutiert werden bzw. die Rechtfertigung ihrer Annahme thematisiert wird. Sollte noch Zeit verbleiben, werden wir die Abschnitte lesen, in denen die Annahme möglicher weiterer Erkenntnismittel besprochen wird, die in anderen philosophischen Traditionen vertreten und deren Vorstellungen zum Teil in der darauf folgenden Zeit weiter entwickelt wurden.
Durchgehend werden ergänzende Materialien aus anderen frühklassischen und klassischen Quellen zum besseren Verständnis, zum kontrastierenden Vergleich und letztendlich zur historischen Verortung der jeweiligen grundlegenden Vorstellungen hinzugezogen werden. Ebenso wird häufig auf das Nyāyabhāṣya des Vātsyāyana Pakṣilasvāmin Bezug genommen werden, von dem größere Teile mitgelesen werden sollen.
Als Textgrundlage werden wir für das Nyāyasūtra den von Walter Ruben zusammen mit seiner annotierten Übersetzung des Werkes kritisch erstellten Text verwenden (Leipzig 1928), für den Text des Nyāyabhāṣya im wesentlichen die kritische Ausgabe durch Anantalal Thakur (Darbhanga 1967 für Adhyāya 1, ab Adhyāya 2 Delhi 1997). Punktuell werden wir im Falle des ersten Adhyāya auch auf den Text zurückgreifen, der im Rahmen eines FWF-Projektes aus verschiedenen Handschriften kollationiert wurde.
Das zugrunde liegende Textmaterial, Parallelmaterial und ausgewählte Sekundärliteratur werden über die Lernplattform Moodle zur Verfügung gestellt werden, ergänzt durch einen Handapparat in der Fachbereichsbibliothek.
Von den Teilnehmern wird die gründliche Vorbereitung des Textes, die Präsentation eigener Übersetzungen im Unterricht und die aktive Beteiligung an der Erarbeitung, Interpretation und Problematisierung des gelesenen Stoffes erwartet.
Die Beurteilung erfolgt aufgrund der mündlichen Leistung sowie einer schriftlichen Arbeit im Umfang von ca. 5 Seiten zu einem mit dem Lehrveranstaltungsthema zusammenhängenden, in Absprache mit dem Lehrveranstaltungsleiter zu wählenden Thema.
Die Lehrveranstaltung ist für alle Studierende des M.A.-Studiengangs "Philosophien und Religionen Südasiens" sowie für Studierende im zweiten Studienabschnitt des auslaufenden Diplomstudiums Indologie mit Schwerpunkt Philosophie- und Religionsgeschichte geeignet.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
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