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Philipp Maas: "Dharma-Konflikte im Pancatantra. Lektüre ausgewählter Textpassagen"
BA, 1 SSt., 8 ECTS.
Studienplancodes: BA18 (A)
Termin: Di, 9.15-10:00, SR 2 SAK, ab 6.3.
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Philipp Maas: "Dharma-Konflikte im Pancatantra. Grundlagen"
BA, 1 SSt., 7 ECTS.
Studienplancodes: BA18 (B)
Termin: Di, 10:00-10:45, SR 2 SAK, ab 6.3.
Diese beiden Lehrveranstaltungen können nur gemeinsam besucht und zu absolviert werden.
Beschränkte Teilnehmerzahl: 36
Achtung, Anmeldung erforderlich! Bitte melden Sie sich unter judith.starecek@univie.ac.at unter Angabe von Matrikelnummer und Studienfach bis zur ersten Einheit am 6.3. an!
Die Erzählung "Der Weber als Viṣṇu", die in zwei sehr unterschiedlichen Fassungen in zwei Rezensionen des Pañcatantra vorliegt, handelt davon, wie sich ein Stellmacher als Gott Viṣṇu verkleidet zum Geliebten einer Prinzessin macht. Die ältere Fassung ist eine gesellschaftskritische Satire, in der die handelnden Personen ungestraft gleich eine Reihe sozialer Normen des traditionellen Hinduismus verletzen. Die jüngere Fassung läßt sich als eine Überarbeitung der älteren aus traditionell brahmanischer Perspektive lesen. Pūrṇabhabhadra, der Autor dieser Version, beseitigt so gut er kann alle in der älteren Fassung auftretenden Normverletzungen und bringt die Erzählung zurück in den Rahmen traditionell brahmanischer Vorstellungen.
Über den Vergleich der beiden Fassungen vor dem Hintergrund der traditionellen Dharma-Literatur werden wir herausarbeiten, welche Normen Pūrṇabhabhadra im "Weber als Viṣṇu" wie und aus welchen Gründen verletzt sah. Darüber hinaus werden wir die italienische Bearbeitung der älteren Sanskrit-Fassungen in Boccaccios Dekameron (um 1350) in Übersetzung lesen. Der Vergleich von Boccaccios Adaptation des Stoffes mit den Sanskrit-Original sowie mit Pūrṇabhadras Überarbeitung eröffnet interessante Einblicke in den kulturspezifischen literarischen Umgang mit gesellschaftlichen Normen.
Die Bachelorseminare zur kulturwissenschaftlichen Forschung und zur philologischen Forschung werden sich mit folgenden Themenschwerpunkten befassen:
- Die Moderne Forschung zum Dharma-Begriff des traditionellen Hinduismus.
- Die Literatur- und Geistesgeschichte der den Dharma-Begriff thematisierenden Sanskritliteratur, der Dharmasūtras und Dharmaśāstras.
- Die Literarische Tradition des Pañcatantra und die Wandlung der darin enthaltenen Erzählstoffe in Südasien und darüber hinaus.
- Lektüre ausgewählter Textabschnitte aus der Erzählung „Der Weber als Viṣṇu“ in den beiden erwähnten Sanskritfassungen.
- Lektüre ausgewählter Textabschnitte aus der Dharma-Literatur.
Die Lehrveranstaltung kann auch von Interessenten ohne Sanskritkenntnisse belegt werden, die keine BA-Arbeit schreiben möchten.
Ziele: Vertrautheit mit dem Methoden und Forschungsansätzen sowie Fähigkeit zum kritischen Umgang mit diesen im Bereich der brahmanischen Dharma-Frömmigkeit, der Dharma-Literatur und der Sanskrit-Erzählliteratur des Pañcatantra, erworben anhand konkreter Problematiken und Kontexte. Fähigkeit zur gezielten Anwendung der erworbenen Sprach- und Methodenkenntnisse auf spezifische Forschungsfragestellungen und -inhalte; ausgebaute Fähigkeit zur Entwicklung von wissenschaftlichen Fragestellungen mit Bezug auf die BA-Arbeiten.
Die Bewertung erfolgt anhand der mündlichen Beteiligung am Unterricht und anhand zweier Bachelorarbeiten mit einem kulturwissenschaftlichen und einem philologischen Schwerpunkt zu Themen, die mit dem Leiter des Seminars abzusprechen sind.
Universität Wien
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