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Edgar Leitan: " Mahābhārata und Rāmāyaṇa. Einführung in die Sanskrit-Epik und ihre Erforschung"
PS, 2 SSt., 5 ECTS.
Studienplancodes: BA3
Termin: Fr, 12:30-14:00, SR 3 SAK, ab 9.3.
Beschränkte Teilnehmerzahl: 36
Diese LV ist für diejenigen konzipiert, die über sehr geringe oder noch gar keine Sanskritkenntnisse verfügen und sich dennoch für die beiden großen Sanskrit-Epen – das Mahābhārata und das Rāmāyaṇa – interessieren.
Das Proseminar soll eine möglichst umfassende Einführung in die genannten herrlichen Werke des indischen Altertums darstellen, die in ihrem Umfang die berühmten griechischen Epen, die Ilias und die Odyssee, weitaus überragen. Beide Sanskrit-Epen haben im Laufe der Jahrtausende ihrer Existenz wohl nicht im Geringsten an Bedeutung eingebüßt. Vielmehr dienen sie bis heute als Stützen und Referenzen für mannigfaltige Identifizierungen des Homo Indicus – kultureller, religiöser und philosophischer Art; sie sind wahre Enzyklopädien des altindischen Lebens sowie lebendig sprudelnde Quellen des indischen Gedanken- und Vorstellungsguts im breitesten Sinne. Vom Mahābhārata wird ja traditionell gesagt: "Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends sonst gefunden werden". Außerdem ist die Bedeutung speziell des Rāmāyaṇa als ādikāvya ("Urdichtung") nicht zu übersehen – es gibt in Indien und darüber hinaus im süd- und ostasiatischen Großraum kaum eine literarische und poetische Tradition, die nicht in irgendeiner Weise aus der Fülle an dessen Motiven schöpft oder sich zumindest dadurch inspirieren lässt. Mittlerweile ist die Präsenz beider Epen auch in der modernen indischen Massenkultur durch populäre Fernsehserien, Zeichentrickfilme und Comic-Hefte markant geworden. Zu erwähnen ist hier noch der weltberühmte "göttliche Gesang", die Bhagavadgītā - ein religiös-philosophisches Werk, welches zweifellos schon zum Allgemeingut der ganzen Menschheit geworden ist, und das man innerhalb des Mahābhārata findet, in dessen VI Buch (parvan).
All das und vieles andere wollen wir in unserem PS kennen lernen. Somit ergeben sich folgende Ebenen, auf welchen während des Semesters gearbeitet wird:
- inhaltliche (Inhalte der beiden großen Sanskrit-Epen);
- historische und ideengeschichtliche (was zum historischen Werdegang von MBh und Rām. gehört, und deren zentrale religiöse, weltanschauliche bzw. philosophische Konzepte);
- ausgewählte interessante Probleme;
- und, last but not least, methodologische.
Auf der letztgenannten Ebene der LV Studierende sollen in die Methoden und Fragestellungen des wissenschaftlichen Arbeitens mit der Sanskrit-Epik eingeführt werden.
Leistung der Studierenden und Beurteilungskomponenten: Da dies eine LV mit prüfungsimmanentem Charakter ist, wird von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zunächst erwartet, dass sie regelmäßig zum PS kommen und unsere Sitzungen nicht ohne sehr gewichtige Gründe ausfallen lassen. Weiters sollten sie den besprochenen Stoff zu Hause selbständig nachbereiten, was als mündliche Wiederholung des vorher Gelernten kontrolliert werden kann. Kleine schriftliche, rechtzeitig zu erledigende Hausaufgaben bzw. die vorbereitende Lektüre von bestimmten Aufsätzen oder epischen Texten (selbstverständlich in Übersetzungen) können evtl. noch dazu kommen. Außerdem sollen die Studierenden entweder eine mündliche Präsentation über ein zu vereinbarendes Thema machen, oder eine kleine schriftliche Proseminararbeit, nach Absprache mit dem LV-Leiter.
Literatur:
- Brockington, John, The Sanskrit Epics, Brill: Leiden 1998.
- Jacobi, Hermann, Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen, Bonn 1893.
- Jacobi, Hermann, Mahābhārata: Inhaltsangabe, Index und Concordanz der Calcuttaer und Bombayer Ausgaben, Cohen: Bonn 1903. Weitere Literatur wird im Laufe des PS bekannt gegeben und im Semester-Handapparat zur Verfügung gestellt.
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